Erwerb der Zusatzbezeichnung „Psychoanalyse“ für Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie oder für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie für andere Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“

(Dauer 3 Jahre)

Für Fachärzt/-innen in den Bereichen Psychiatrie oder Psychosomatische Medizin sowie für andere Fachärzt/-innen mit der Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ bietet das IPP die Möglichkeit, in einer dreijährigen modularen Weiterbildung nach den Vorgaben der Ärztekammern die Zusatzbezeichnung „Psychoanalyse“ zu erwerben.

 

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Voraussetzungen

Voraussetzung für die Teilnahme ist eine abgeschlossene Facharztweiterbildung in den Bereichen Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder eine Weiterbildung in einem anderen Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung zusammen mit der Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“.

Außerdem muss die psychotherapeutische Fachkunde, die Sie im Rahmen der Facharztweiterbildung oder mit dem Zusatztitel „Psychotherapie“ erworben haben, tiefenpsychologisch ausgerichtet sein. Ist Ihre psychotherapeutische Fachkunde verhaltenstherapeutisch ausgerichtet, haben Sie am IPP die Möglichkeit, eine fünfjährige kombinierte Weiterbildung zu absolvieren, in der zunächst eine Einführung in grundlegende psychoanalytische und psychodynamische Begriffe, Konstrukte und Theorien vermittelt wird.

Weiterbildungsverlauf / Lehrinhalte

Die Weiterbildung dauert drei Jahre und besteht entsprechend den Vorgaben der Ärztekammern aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, sowie aus der Lehranalyse. Das folgende Schema gewährt einen ersten Überblick:

Theorie

Der theoretische Teil besteht aus insgesamt fünfzehn Modulen (Blockseminaren), in denen jeweils ein psychoanalytisches Schwerpunktthema umfassend und aus unterschiedlichen Perspektiven behandelt wird. Pro Jahr können fünf Module belegt werden, die sich in einen Wochenblock (40 Std.) sowie bis zu vier Wochenendseminare (à 16 Std.) aufteilen. Ergänzend finden sowohl während der Modulblöcke, als auch fortlaufend kasuistisch-technische Seminare statt, in denen Sie Ihre Behandlungserfahrungen mit anderen Teilnehmer/-innen diskutieren und reflektieren können.

Zusammen mit dem Selbststudium von ca. 30 Stunden kommen pro Jahr 80 bis 134 Theoriestunden zusammen; in drei Jahren insgesamt damit 400 Stunden. Dieser Umfang entspricht den Vorgaben der Ärztekammern.

Die Theoriemodule sind als Zyklus konzipiert; daher ist grundsätzlich auch eine zeitlich flexiblere Gestaltung der Weiterbildung möglich. Zu Fortbildungszwecken sind Seminarblöcke auch einzeln buchbar; hier ist die Zahl der Teilnehmer/-innen jedoch begrenzt.

Die folgende Übersicht entspricht dem derzeitigen Stand des Curriculums; Änderungen sind vorbehalten. Gern stellen wir Ihnen auf Anfrage ausführlichere Informationen zu Verfügung.

 

Erstes Weiterbildungsjahr 

1. Wochenendmodul

Psychoanalytische Grundbegriffe, Erstinterview

2. Wochenendmodul

Operationalisierte psychodynamische Diagnostik (OPD)

3. Wochenendmodul

Ethik, analytische Haltung und analytische Situation

Wochenmodul

Psychische Entwicklung / Entwicklungspsychologie

4. Wochenendmodul

Übertragung und Gegenübertragung

Zweites Weiterbildungsjahr 

1. Wochenendmodul

Abwehr und Interventionsformen

2. Wochenendmodul

Das Unbewusste / Traumarbeit

3. Wochenendmodul

Psychosomatik, Welterleben, Körper

Wochenmodul

Psychoanalytische Schulrichtungen

4. Wochenendmodul

Soziale Einflüsse auf psychische Leiden

Drittes Weiterbildungsjahr 

1. Wochenendmodul

Identität(en) aus psychoanalytischer Sicht

2. Wochenendmodul

Sexualität

3. Wochenendmodul

Wissenschaft und Profession

Wochenmodul

Behandlungstechniken / Interventionen

4. Wochenendmodul

Berufspraxis Psychoanalyse

 

Die Theorievermittlung während der Wochenenden wird durch Falldiskussionen ergänzt; außerdem kommen natürlich auch audiovisuelle Medien wie Filme zum Einsatz. Eine Literaturliste erleichtert Ihnen das vor- und nachbereitende Selbststudium.

 

Praxis

Während der dreijährigen modularen Weiterbildung führen Sie Ausbildungsbehandlungen unter Supervision durch, in denen Sie Kompetenzen sowohl im hochfrequenten klassischen, als auch im modifizierten psychoanalytischen Setting erwerben. Die Supervision erfolgt durch von der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) anerkannte Lehranalytiker bzw. Supervisoren. Diese gehören in aller Regel dem Institut an. In begründeten Fällen (entfernter Wohnort) ist auch eine Supervision in Wohnortnähe bei Lehranalytiker/-innen oder Supervisor/-innen möglich, die von der DGPT anerkannt, aber nicht Mitglied unseres Instituts sind.

Mit den analytischen Ausbildungsbehandlungen unter Supervision kann in der Regel nach dem ersten Wochenblock begonnen werden. Die analytischen Behandlungsfälle werden über unsere Ausbildungsambulanz abgerechnet. Dabei geben wir das Honorar für die von Ihnen erbrachten Behandlungsstunden nach Abzug einer Betriebskostenpauschale an Sie weiter.

Lehranalyse

Die Weiterbildungsrichtlinien der Ärztekammern zum Erwerb der Zusatzbezeichnung „Psychoanalyse“ schreiben 250 Stunden Selbsterfahrung als Lehranalyse mit einer Frequenz von drei Stunden pro Woche vor. Wir empfehlen jedoch, die Lehranalyse während der gesamten Weiterbildung begleitend durchzuführen, da erfahrungsgemäß im Verlauf der hochfrequenten Ausbildungsbehandlungen intensive eigene Affekte mobilisiert werden können. Hier ist es hilfreich, wenn ein von der Weiterbildung weitestgehend unabhängiger Reflexionsraum besteht. Die Lehranalyse wird ab der Zulassung zur Weiterbildung anerkannt und erfolgt in aller Regel bei Lehranalytikern des Instituts. Auch hier gilt wie bei Supervisionen, dass in begründeten Fällen (entfernter Wohnort) Lehranalytiker/-innen, die von der DGPT anerkannt, aber nicht Mitglied des Instituts sind, gewählt werden können. Selbstverständlich wählen Sie Ihre Lehranalytiker/-innen selbst. Mit ihm bzw. ihr besprechen Sie auch alle weiteren Einzelheiten des Ablaufs Ihrer Lehranalyse. Die Gegenfinanzierung der Kosten für Ihre Lehranalyse ist durch das Honorar gewährleistet, was Sie durch die Ausbildungsbehandlungen erzielen (siehe Kostenübersicht).

Dauer und Abschlussprüfungen

Das theoretische Curriculum der modularen Weiterbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Nicht immer gelingt es, alle Ausbildungsbehandlungen innerhalb dieser drei Jahre abzuschließen. Vor allem die analytischen Langzeitbehandlungen mit einem Umfang von bis zu 300 Stunden können länger dauern. Hierdurch entstehen Ihnen jedoch keine zusätzlichen Kosten. Denn die Seminargebühren sind auf das dreijährige Curriculum begrenzt, während Supervision und ggf. die Fortführung der Selbsterfahrung durch die erzielten Behandlungshonorare abgedeckt werden.

Um die Zusatzbezeichnung „Psychoanalyse“ führen zu können, müssen Sie in aller Regel eine Prüfung bei der für Sie zuständigen Ärztekammer absolvieren. Auch hier können die Regularien unterschiedlich sein. Für weitere diesbezügliche Informationen wenden Sie sich daher an Ihre Ärztekammer. Die für die Anmeldung erforderliche Bescheinigung mit dem Nachweis der vorgeschriebenen Weiterbildungsbestandteile erhalten Sie von uns.

Unser Weiterbildungsangebot entspricht den Standards der DGPT. Diese sehen eine schriftliche Abschlussarbeit über eine psychoanalytische Langzeitbehandlung sowie ein mündliches institutsinternes Kolloquium über diesen Fallbericht vor. Mit diesem Abschluss haben Sie die Möglichkeit, in unserem Institut und in der DGPT Mitglied zu werden, was interessante fachliche und berufspolitische Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. Gleichwohl steht es Ihnen natürlich auch frei, Ihre Weiterbildung ohne Institutskolloquium abzuschließen.

Kostenübersicht

Das Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Heidelberg-Mannheim e. V. ist ein gemeinnütziger Verein und arbeitet als solcher nicht gewinnorientiert. Weil wir das Honorar, das Sie für Ihre Behandlungen erhalten, nach Abzug einer Betriebskostenpauschale an Sie weitergeben, sind die Kosten für die dreijährige modulare Weiterbildung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung „Psychoanalyse“ überschaubar und werden durch die Behandlungseinnahmen gegenfinanziert.

Die folgende Modellrechnung zeigt die Bilanz von Einnahmen und Kosten über den gesamten Verlauf der Weiterbildung. Diese Modellrechnung basiert auf den aktuellen Vorgaben der Weiterbildungsordnungen, unseren aktuellen Gebührensätzen, sowie den aktuellen Honoraren für Lehranalyse und Supervision. Alle diese Zahlen können nicht garantiert werden und sich ändern. Wir bitten daher um Verständnis, dass die Modellrechnung unverbindlich ist.

Modellrechnung für das Angebot der dreijährigen modularen Ausbildung für Fachäzte im Bereich Psychiatrie / Psychosomatische Medizin und für Fachärzte mit der Zusatzbezeichung Psychotherapie mit tiefenpsychologischer Fachkunde

 

Einkünfte

  

Behandlungsstunden

89,60 EUR x 600 Stunden

53.760 EUR

Kosten  

Teilnehmergebühr

1.000 EUR x 3 Jahre

-3.000 EUR

Supervision

90 EUR x 150 Stunden

-13.500 EUR

Lehranalyse

90 EUR x 250 Stunden

-22.500 EUR

Ambulanzpauschale

25 % von 53.760 EUR

-13.440 EUR

Summe

 

-52.440 EUR

   

Saldo über die gesamte Weiterbildung

1.320 EUR

 

Die obige Aufstellung kann lediglich als Anhalt dienen. Mehrkosten können z. B. entstehen,
• wenn Sie die Lehranalyse über die Mindestanforderung von 250 Stunden hinaus fortsetzen
• wenn Sie sich für eine Mitgliedschaft in der DGPT qualifizieren wollen
• wenn Sie den Zeitraum von drei Jahren für das theoretische Curriculum verlängern
• wenn Sie für die Seminare nach Heidelberg reisen und dort übernachten

Anmeldung / Bewerbung und Zulassung

Haben Sie Fragen zur Weiterbildung? Gern steht Ihnen unsere Ausbildungskoordinatorin, Frau Gudrun Rißmann, telefonisch (06221 – 65 89 36), per E-Mail (ausbildung[at]ipp-heidelberg.de) oder persönlich im Institut, Alte Bergheimer Straße 5 in 69115 Heidelberg, zu Verfügung.

Für Ihre Bewerbung drucken Sie unser Bewerbungsformular für Ärzte aus und senden es ausgefüllt zusammen mit den dort aufgeführten Unterlagen an Frau Rißmann.

Nach Eingang Ihrer Bewerbung erhalten Sie von uns die Kontaktdaten der Lehranalytikerin bzw. des Lehranalytikers, die bzw. der mit Ihnen das Zulassungsinterview führen wird. Bitte vereinbaren Sie mit ihr bzw. ihm einen Gesprächstermin.

Das Aufnahmeinterview hat drei Funktionen: Zum einen möchten wir Sie persönlich kennenlernen. Zum zweiten geht es in dem Gespräch darum, anhand Ihrer Zielsetzungen und Ihrer aktuellen Lebenssituation einen Weiterbildungsweg in der Vielfalt der berufs- und sozialrechtlichen Möglichkeiten zu finden, der sich mit Ihren Zielen bestmöglich deckt und Ihnen genügend Flexibilität bietet. Zum dritten sollen eventuelle Hinderungsgründe für die Eignung zu einer psychotherapeutischen Tätigkeit ausgeschlossen werden.

Ihr Gesprächspartner erstellt über das Aufnahmeinterview eine Stellungnahme, die für den Zulassungsausschuss unseres Instituts die Grundlage für die Entscheidung über Ihre Bewerbung darstellt. Diese Entscheidung teilt Ihnen dann der Vorsitzende des Zulassungsausschusses mit. Ist sie positiv, senden wir Ihnen den Weiterbildungsvertrag zu, mit dessen Unterzeichnung Ihre Weiterbildung rechtsverbindlich beginnt.

Datenschutz

Die Daten, die Sie im Bewerbungsformular angeben, werden von uns gespeichert und verarbeitet. Das ausgefüllte Formular und die weiteren von Ihnen eingereichten Unterlagen sind nur unserer Ausbildungskoordinatorin, Ihrem Gesprächspartner im Aufnahmesinterview, sowie dem Leiter und den Mitgliedern des Zulassungsausschusses zugänglich, die über Ihre Bewerbung entscheiden. Dies gilt auch für den Bericht, den Ihr Gesprächspartner über das Aufnahmeinterview erstellt. Kommt ein Vertrag mit uns zustande, werden diese Daten und Dokumente bis längstens sechs Monate nach dessen Abschluss gespeichert bzw. verwahrt. Wenn nicht, erfolgt spätestens sechs Monate nach der Entscheidung des Zulassungsausschusses die Löschung der Daten und die Vernichtung der Dokumente.

Zusätzliche Informationen und wichtige Links

Für die Dauer Ihrer Ausbildung sind Sie außerordentliches Mitglied unseres Instituts: Sie werden zu den Veranstaltungen eingeladen, erhalten die Mitgliederinformationen und haben in der Mitgliederversammlung Stimmrecht.
 
Ebenfalls für die Dauer Ihrer Ausbildung haben Sie die Möglichkeit, außerordentliches Mitglied der DGPT zu werden. Hier besteht die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs mit den Teilnehmern anderer Institute sowie der Teilnahme an den Jahrestagungen. Darüber werden in der DGPT Bundeskandidatensprecher gewählt, die den Bedürfnissen der Teilnehmer vor allem in berufspolitscher Hinsicht eine Stimme geben.

  • Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg + mehr
  • Homepage der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V. (DGPT) + mehr