Vorträge am IPP
 

Freitag, 22. Oktober 2021, 20:30 bis 22:00 Uhr
Hörsaal der Klinik für Allgemeine Psychiatrie, Haus 1, Voßstr. 4, Heidelberg

Prof. Dr. Timo Storck (Psychologische Hochschule Berlin):

„En Thérapie: Die Schatten auf der Couch“

Die französische Adaptation "En Thérapie" der in der israelischen ("BeTipul") und amerikanischen ("In Treatment") Fassung bekannt gewordenen Serie, die einen analytisch-psychodynamischen Therapeuten bei seiner täglichen Arbeit mit Patientinnen und Patienten begleitet, wurde im Jahr 2021 veröffentlicht und spielt im November 2015, nur wenige Tage nach den Terror-Anschlägen auf verschiedene Orte, insbesondere den Veranstaltungsort Bataclan, in Paris. Die explizite Rahmung der Behandlungen als Psychoanalysen und durch die Geschehnisse der "äußeren" Realität ermöglicht eine vertiefte Diskussion auf zwei Ebenen: 1. Was bedeutet Psychoanalyse heute, wie verstehen wir das Verhältnis der äußeren Realität und der Fantasien? 2. Wie lässt sich Frankreich 2015 im Lichte der Behandlungsfälle besser verstehen und wie lassen sich die Behandlungsfälle im Lichte gesellschaftlicher Krisen in Frankreich besser verstehen? Die Verbindung zwischen beiden Aspekten liefert die Frage nach der Sicherheit des Rahmens - und damit eine ethische Frage.

Eintritt: 5 €

 

Freitag, 25. Februar 2022, 20:30 bis 22:00 Uhr

Hörsaal der Klinik für Allgemeine Psychiatrie, Haus 1, Voßstraße 4, Heidelberg

Dr. Sebastian Leikert

Affektdialog, Affekttrümmer, verkapselte Körperengramme – Behandlungstechnische Überlegungen zum körperlich encodierten Unbewussten

Psychoanalyse tut sich schwer damit, anzuerkennen, dass der Körper nicht allein das Trägerkamel des Psychischen ist, sondern selbst eine vitale Struktur hat, in der sich psychische Prozesse organisieren, verleiblichen und sich auch ein spezifisches Gedächtnis bildet. Anhand von Positionen Freuds und Laplanches wird gezeigt, wie die Psychoanalyse vor einer Schwelle verharrt, die zu überschreiten ist. Ausgehend von einer Säuglingsbeobachtung (Still-Face-Experiment) wird erläutert, wie sich ein primärer Affektdialog organisiert, wie dieser Dialog zerbricht und Affekttrümmer entstehen. Es wird die These vertreten, dass sich jetzt Verkapselte Körperengramme bilden, die traumatisches Material körperlich codieren, versiegeln und keine Verbindung mehr zum symbolischen Unbewussten haben (inconscient enclavé). Mit der Somatischen Narration (Psychoanalytische Wahrnehmungsarbeit) wird eine Behandlungstechnik vorgeschlagen, welche diese Elemente in der analytischen Situation erkundet und durcharbeitet. Ein klinisches Beispiel erläutert die Arbeitsweise. 

Eintritt: 5 Euro

Bitte melden Sie sich per E-mail an: ausbildung[at]ipp-heidelberg.de. Nur so kann Ihnen ein Platz garantiert werden.
Restplätze werden direkt vor der Veranstaltung vergeben. Die Vorträge sind bei der LÄK zertifiziert.

Bitte kommen Sie frühzeitig (ab 20:15) und bringen Sie die Bestätigung eines tagesaktuellen negativen Schnelltests (max. 24 Stunden), den Nachweis eines vollständigen Impfschutzes oder eine Bescheinigung der Genesung nach Sars-Cov 19 (max. 6 Monate) mit (3-G-Regel). Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske muss während der gesamten Veranstaltung getragen werden. Das Hygienekonzept wird gemäß der Corona-Verordnung ggf. aktualisiert.