Das IPP Heidelberg-Mannheim ist eine staatlich anerkannte Weiterbildungsstätte für Ärzte nach den Weiterbildungsrichtlinien der Landesärztekammern, sowie für Psychologen nach dem Psychotherapeutengesetz. Die erfolgreich bestandene Abschlussprüfung erfüllt die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) und für die Mitgliedschaft im IPP.
Die Aus- und Weiterbildung findet kontinuierlich statt, ist in der Regel berufsbegleitend und erstreckt sich erfahrungsgemäß über mindestens fünf Jahre. Sie besteht aus folgenden Elementen:
Die Lehranalyse ist unverzichtbare Grundlage und zentraler Bestandteil der psychoanalytischen Aus- und Weiterbildung. Sie vermittelt die notwendige Selbsterfahrung mit der psychoanalytischen Methode in einem kontinuierlichen, die gesamte Ausbildungszeit begleitenden Prozess. Sie findet in mindestens drei Einzelsitzungen pro Woche statt und sollte insgesamt 400 Stunden nicht unterschreiten.
Die Grundlagen und der gegenwärtige Erkenntnisstand der Psychoanalyse werden in Lehrveranstaltungen und Praktika vermittelt. Einschließlich der kasuistisch-technischen Seminare soll dieser Bestandteil der Ausbildung mindestens 600 Stunden umfassen.
Die Ausbildungskandidaten müssen klinisch-psychiatrische Erfahrung erwerben. Hierzu bestehen Kooperationsvereinbarungen zwischen dem Institut und benachbarten psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken.
Neben der Auseinandersetzung mit der Theorie des psychoanalytischen Erstinterviews führen die Ausbildungskandidaten während des ersten Ausbildungsabschnitts insgesamt 20 supervidierte Erstinterviews mit Patienten (darunter drei Kinder-Erstinterviews) durch.
Nach Abschluss des Vorkolloquiums kommen Krankenbehandlungen unter regelmäßiger Supervision hinzu. Dabei sollen die Kandidaten sowohl Erfahrungen mit hochfrequenten psychoanalytischen Langzeitbehandlungen (drei Stunden pro Woche im Liegen), als auch mit modifizierten psychoanalytischen Behandlungsverfahren (tiefenpsychologisch fundierte und Kurzzeit-Psychotherapie) sammeln. Insgesamt müssen sechs Behandlungen mit einer Gesamtzahl von mindestens 1000 Behandlungsstunden nachgewiesen werden. Die regelmäßige Supervision bei Lehranalytikern des Instituts muss mindestens 200 Stunden umfassen.
Während der gesamten Aus- und Weiterbildung nehmen die Kandidaten an den wöchentlich stattfindenden kasuistisch-technischen Seminaren teil und stellen in diesem Rahmen die eigenen Behandlungen der Gruppe vor.